home | kontakt | links | impressum

Wolfshundmischlinge


Seit einiger Zeit gibt es eine Entwicklung in der Wolfshundezucht, die vom Saarlooswolfhond-Club Deutschland sehr bedauert wird.


Mischlinge Saarlooswolfhond / Weißer Schäferhund oder anderer Rassen

Zu nennen ist hier zum einen die „Zucht“ von Mischlingen, die durch die bewusste Verpaarung von Saarlooswolfhond und Weißem Schäferhund entstehen. Diese „Züchter“ behaupten, dass der reinrassige Saarlooswolfhond zu kompliziert in der Erziehung und im Verhalten ist und werben mit wolfsähnlichen Hunden, die das Wesen des Schäferhundes haben und deshalb, ihren Angaben zufolge, leichter erziehbar sind. Zudem behaupten sie, dass sehr viele reinrassige Saarlooswolfhonde krank wären, sie jedoch gesunde Hunde „züchten“.

Der Saarlooswolfhond-Club Deutschland verwehrt sich gegen derartig falsche Behauptungen, deren einziger Zweck es ist, die Rassehunde schlecht zu machen um die eigenen Tiere besser verkaufen zu können. Zudem ist es keinesfalls so, dass die Mischlinge per se unkomplizierter, leichter erziehbar und gesünder sind.

Als Freunde des Saarlooswolfhondes möchten wir darauf hinweisen, dass durch diese „Züchter“ die Rasse geschädigt wird, denn es wird längerfristig schwer vermeidbar sein, dass das Erbgut der Mischlinge auch in die Rasse mit einfließt. Ein verändertes Wesen der Tiere sowie neue, bisher beim Saarlooswolfhond unbekannte Krankheiten können die Folge sein.

Es gab in der Vergangenheit bereits mehrfach Versuche, den superidealen und immer gesunden Familienhund zu züchten, indem man mehrere Rassen einfach miteinander kreuzte. Dadurch, dass man gesunde Tiere für die Verpaarung aussuchte, die zudem ein erwünschtes Wesen und Verhalten zeigten, behauptete man, eine neue Superhunderasse gezüchtet zu haben. Alle diese Rassen haben weder in Deutschland, noch im Ausland die Anerkennung durch die jeweiligen Hundeverbände bekommen, da derartige Verpaarungen schlicht und einfach genetischer Unfug sind. Wenn man zwei gesunde Tiere miteinander verpaart, heißt das nicht, dass alle Nachkommen kerngesund sind und keinerlei Krankheiten mehr haben. Erbkrankheiten können auch von gesunden Hunden, die jedoch Träger des defekten Gens sind, weitervererbt werden. Weder bei den Elterntieren, noch bei den direkten Nachkommen müssen die Krankheiten ausbrechen. Das kann viel später in den kommenden Generationen passieren.  

Wir raten jedem Saarlooswolfhondfreund, nur Hunde mit originalen VDH-Papieren und Abstammungsnachweis (DNA-Test) zu kaufen. Nur dann haben sie die Gewähr, einen reinrassigen Saarlooswolfhond zu bekommen, der von einem anerkannten Züchter stammt. Der VDH (www.vdh.de) schickt ihnen auf Anfrage gerne eine komplette Züchterliste aller Saarlooswolfhond-Züchter in Deutschland zu. Nur die Züchter auf dieser Liste bekommen vom VDH gültige Ahnentafeln und haben sich verpflichtet, nach den strengen Zuchtrichtlinien des VDH zu züchten. Die Züchter unseres Vereins finden sie hier auf dieser Homepage. Die deutschen Züchter unseres Vereins züchten ebenfalls unter dem VDH, unsere ausländischen Mitglieder züchten nach den Richtlinien der dortigen Rassehundeverbände, die jeweils wie der VDH dem FCI angeschlossen sind.


Mischlinge Saarlooswolfhond / Amerikanischer Wolfshund

Noch kritischer ist jedoch die geplante „Zucht“ von Wolfshundmischlingen, die einen höheren Wolfsblutanteil aufweisen, zu sehen. Es handelt sich hierbei um die unkontrollierte Kreuzung des Saarlooswolfhond mit dem Amerikanischen Wolfshund, dem so genannten Spencer Wolfdog.

Der Amerikanische Wolfshund ist dem Wolf noch sehr nah, da die Einkreuzung des Wildtieres bei diesen Hunden noch nicht lange zurückliegt. Der Übergang zwischen dem als Haushund völlig ungeeigneten Wolfshybriden und dem Amerikanischen Wolfshund ist fließend - oft liegen nur wenige Generationen dazwischen. Zudem ist bei vielen Amerikanischen Wolfshunden die Abstammung nicht genau bekannt, da die Tiere von Züchtern aus Amerika stammen und es daher auch für die Besitzer unmöglich ist, den Stammbaum der Tiere zu überprüfen.

Der Saarlooswolfhond-Club Deutschland distanziert sich ausdrücklich von unkontrollierten Verpaarungen zwischen Saarlooswolfhonden und Amerikanischen Wolfshunden. Derartige „Züchter“ experimentieren auf Kosten der Tiere und letztlich auch auf Kosten der zukünftigen Besitzer. Denn keiner kann voraussagen, wie sich diese Mischlinge entwickeln werden.

Besonders problematisch ist die Unkalkulierbarkeit bei der Entwicklung des Wesens dieser Tiere. Vor allem ab einem Lebensalter von drei Jahren, wenn die Wolfshundmischlinge ausgewachsen sind, können große Probleme bei der Haltung der Tiere auftreten. Durch ihr ausgeprägtes Wolfserbe sind diese Tiere oft scheu und schwer zu erziehen. Sie bleiben nicht gerne alleine zu Hause und demolieren dann die Wohnungseinrichtung, so dass vielen Besitzern die Zwingerhaltung als der einzige Ausweg erscheint. Dies ist jedoch für die hochsozialen Tiere, die ein ausgeprägtes Rudelverhalten zeigen, keine artgerechte Haltung. Das Zusammenleben mit diesen Mischlingen kann auch dadurch erschwert werden, dass sie, im Gegensatz zu anderen Hunden, die Rangordnung in ihrem Rudel immer wieder in Frage stellen können. Dies kann auch aggressives Verhalten anderen Hunden gegenüber zur Folge haben. Die vorne genannten Probleme müssen nicht, sie können aber auftreten - keiner kann die Wesensentwicklung eines Wolfshundmischlings aus unkontrollierter Zucht voraussagen.

Die „Züchter“ der Wolfshundmischlinge argumentieren, sie würden leistungsfähigere und gesündere Tiere heranziehen, die auch vom Aussehen dem Wolf ähnlicher sind. Das ist mit nichts zu begründen: im Gegenteil, die Einkreuzung fremder Rassen kann auch neue Krankheiten in den Genpool einer Rasse einbringen und das Aussehen der Mischlinge variiert stark.

Wir können deshalb nur jedem verantwortungsvollen Hundeliebhaber raten, von einem solchen Tier Abstand zu nehmen. Die vom VDH anerkannte Rasse Saarlooswolfhond hat durch jahrzehntelange Selektion ein Wesen ausgebildet, das den Saarlooswolfhond als Familien- und Begleithund auszeichnet. Dies sollte schon im eigenen Interesse und im Interesse der Rasse Saarlooswolfhond, die durch unkontrollierte Einkreuzungen großen Schaden erleiden kann, nicht gefährdet werden.

Wir möchten hier nochmals betonen: wir haben nichts gegen Mischlingshunde, sie haben die gleiche Existenzberechtigung und den gleichen `Wert´ wie jeder Rassehund. Im Gegenteil: wir haben etwas gegen die verantwortungslose Zucht, die besonders bei der Einkreuzung von einem höheren Wolfsblutanteil zu Lasten der Mischlingshunde, aber auch zu Lasten der Rasse geht.